Der Mut zur Veränderung
In den letzten Wochen - auf verschiedenen Veranstaltungen wie der Mail Order World, den priint-days oder den Customer Update der premedia - war immer wieder das Gesprächsthema, dass in den Projekten und Prozessen die Menschen intensiv eingebunden werden müssen. Nicht umsonst wählten wir „Faktor Mensch" als Motto des diesjährigen priint:day.
Es ist offensichtlich, dass es häufig am „menscheln" und weniger an der Technik liegt, wenn Cross Channel- oder Database Publishing Projekte in eine kritische Phase rutschen. Es ist eben leichter gesagt, dass Prozess effizienter gestaltet werden müssen und dass sich die Beteiligten darauf einstellen müssen, als im Alltag umgesetzt. Sich auf Neues wirklich einzustellen, fällt uns Menschen nicht leicht. Auch aus diesem Grund entstanden umfassende Ansätze, wie die der Organisationsentwicklung, um Unternehmen kontinuierlich zu optimieren.
Wie oft wird ein einer Analysephase zuerst nach den Schwächen und den Optimierungspotentiale geforscht und weniger nach den Stärken des bisher Erreichten? Unser ökonomisch getriebenes Denken orientiert sich am immer Höheren, Schnelleren und Weiteren. Natürlich ist die kontinuierliche Effizienzsteigerung das Mantra unserer Wirtschaft, vermutlich noch wichtiger als das Wachstum als solches.
Natürlich bedarf es generell einer kontinuierlichen Optimierung. Vor allem in der Medien- und Kommunikationsindustrie, die sich in den letzten Jahren in einem permanenten Wandel befindet. Vermutlich ist die Medienindustrie von den etablierten Branchen - immer gibt es diese Industrie seit Gutenberg - diejenige, die sich am stärksten wandelt.
Daher ist es für die Medienindustrie die wesentliche Herausforderung, sich den Veränderungen zu stellen. Jedoch ist es die hohe Kunst, herauszufinden welche Veränderungen sinnvoll sind und wie mit diesen sinnvoll umgegangen wird. Ein Beispiel in unserer mobilen Gesellschaft ist die permanente Erreichbarkeit und der Drang zur extremen Kurzfristigkeit. In den letzten Jahren habe ich persönlich fast kein Projekt erlebt, welches nicht außerordentlich dringend war. Je umfangreicher diese Projekte sind und je höher die Auswirkung diese auf die Unternehmensprozesse haben, desto höher ist der (empfundene) Zeitdruck.
Mut zur Veränderung heißt auch, durchgeführte Veränderungen in Frage zu stellen, und nicht immer dem Motto „Schneller, Höher, Weiter" zu folgen. Vor allem in Projekten würde die „Entschleunigung" die Wirtschaftlichkeit und die Qualität der Projektarbeit erhöhen.
Jedoch mussten wir bei WERK II - vor allem in internen - Projekten feststellen, dass die Veränderung zur Entschleunigung genauso erlernt und eingeübt werden muss. Die gelernte Erfahrung der Mitarbeit lautet: ein Projekt, welches nicht unter hohen Zeitdruck steht, kann nicht wichtig sein und fällt somit unter den Tisch. Ein schönes Beispiel dafür, dass Veränderung in den Köpfen der Menschen anfängt und ein schwieriges Unterfangen ist.
Das Thema der Veränderungen werden wir auch in unserem 5. priint:day 2012 aufgreifen. Und wir werden nicht nur über Veränderungen sprechen, sondern wir werden auch das Format des priint:days verändern. Parallel zu dem bewährten Format der Vorträge, werden wir auch Open Space Technologie einsetzen. Dort können alle, die es wünschen, sich zu dem Thema Veränderungen austauschen. Nichts ist vorgegeben. Die community entscheidet über Inhalt und Ergebnis.
Für uns ist dies ein mutiger Schritt, unsere priint community weiter zu öffnen und den Austausch zu fördern.
Das priint Team ist gespannt, wie Sie diese Veränderungen aufnehmen.
(Horst Huber)





